Die Entstehung der Hirtenstraße um 1700

1672
Um 1672 ordnete der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm in einer Feuerordnung den Bau von 27 Scheunen außerhalb der Stadtmauern von Berlin an. Diese Scheunen wurden nordöstlich der Hirtenstraße (die es damals noch nicht gab) zwischen der Verlohrnen Gasse im Westen, der Kurzen Scheunen-Gasse im Osten, der Linienstraße im Norden sowie der Hirtenstraße im Süden errichtet. Das Scheunenviertel entstand.
In einigen Quellen ist zu lesen, dass die Scheunen im Osten nur bis zur Scheunengasse reichten. Die Bartelstraße trug damals den Namen Kurze Scheunen-Gasse. Warum, wenn dort keine Scheunen standen?

Die Straßen im Scheunenviertel hießen zunächst einfach 1. bis 4. Scheunengasse, in der Reihenfolge, in der sie angelegt wurden. Daneben gab es noch die Scheunenquergasse, die Lange Scheunengasse (zuvor nur Scheunengasse) und die Kurze Scheunen-Gasse.

1700
Die Hirtenstraße entstand etwa um das Jahr 1700. Im Haus Nr. 1 wohnte der Kuhhirte des Magistrats. Daher hat die Straße ihren Namen.
Die Hirtenstraße verlief damals von der Prenzlauer Straße bis zur Scheunengasse (heute Kleine Alexanderstraße)

1738
In einem Stadtplan von 1738 trägt die Straße den Namen Hirtenstrasse.
Anmerkung: In alten Stadtplänen ist oben Süden und Norden ist unten.

1760
Im Plan von 1760 hieß sie dann Hirtengasse und reichte schon bis zur Verlohrnen Gasse (heute Almstadtstraße).

1789
Im Jahr 1789 hatte sich schon das Straßengefüge herausgebildet, das bis zum Anfang des 20. Jh. Bestand haben sollte.
Grund war die Beseitigung der Festungsanlagen von Berlin ab ca. 1740. Das Gebiet außerhalb der Festunganlagen konnte nun neu bebaut werden. Die Scheunen wurden nach und nach zu Wohnhäusern umgebaut oder beseitigt und durch Mietshäuser ersetzt.