Die Hirtenstraße ab dem Jahr 1800

1800
Um 1800 hatte die Hirtenstraße 5 Querstraßen: Kurze Scheunengasse, Lange Scheunengasse, 4. Scheunengasse, 3. Scheunengasse und die 2. Scheunengasse. Die Lange Scheunengasse war die einzige Straße, die die Hirtenstraße kreuzte. Sie war der ursprüngliche Zufahrtsweg zum Scheunenviertel.
Die Lange Scheunengasse wird in dieser Zeit in Jacobstraße umbenannt.

1842
Die 9./10. Communal-Armenschule, Hirtenstarße 4, wird eröffnet. Der Bau ist der älteste erhaltene Schulbau in der Spandauer Vorstadt und gehört heute zum denkmalgeschützten Ensemble der Spandauer Vorstadt.
Heute befindet sich in diesem Haus das Restaurant The Grand.

1847
Erneute Umbenennung der Langen Scheunengasse von Jacobstraße in Kleine Alexanderstraße am 8.6.1847. Grund war die Errichtung der Kaserne der Kaiser-Alexander-Grenadiere in dieser Straße. Die Kaserne befand sich im Abschnitt zwischen Hirtenstraße und Alexanderstraße (heute Memhardstraße).

1856
Fertigstellung der Mietshäuser Nr. 16 und 17 und Einzug der ersten Mieter.

1857
Die ersten Mieter ziehen in das bereits 1856 fertiggestellte Haus Nr. 18 ein. Auch die Häuser Nr. 16 bis 18 gehören zum denkmalgeschützten Ensemble der Spandauer Vorstadt.

1860
Am 21.9.1860 wird die 2. Scheunengasse in Amalienstraße umbenannt.

1861
Umbenennung der Hirtengasse in Hirtenstraße am 31.1.1861. Zuvor gab es mehrere Petitionen der Anwohner, die eine Umbenennung der Straße in Liegnitzstraße (Januar 1854) bzw. in Kleine Victoria-Straße oder Theaterstraße (Januar 1860) forderten. Letztendlich wurde nur die Bezeichnung Gasse durch Straße ersetzt. Die Hirtenstraße bekam auch eine Pflasterung.

27.08.1861 Umbenennung der 3. Scheunengasse in Koblankstraße, auch Koblanckstraße.

20.11.1861 Umbenennung der 1. Scheunengasse und der Scheunenquergasse in Füsilierstraße. Die Füsilierstraße war keine direkte Nebenstraße der Hirtenstraße, sie ging von der Amalienstraße ab und bog dann im rechten Winkel zur Linienstraße ab.

1862
Umbenennung der 4. Scheunengasse in Weidingerstraße (Schreibweise nach Stadtplan von 1875).

1864
Als letzte Straße im alten Scheunenviertel erhielt die Bartelstraße am 31.10.1864 ihren heutigen Namen. Zwischenzeitlich, von 1857 bis 1864, hieß sie Bülowstraße. Um Verwechselungen mit der Bülowstraße in Schöneberg zu vermeiden, erhielt die Bartelstraße dann 1864 ihren jetzigen Namen.

1885
Im Jahr 1885 wurden die Häuser Nr. 12 und 12A erbaut. Beide Häuser gehören heute zum denkmalgeschützten Ensemble der Spandauer Vorstadt. Das Haus Nr. 12A hat ein besonderes Treppenhaus, es ist quer im Gebäude angeordnet. Die Treppen sind auch nicht parallel, so wie in anderen Treppenhäusern. Die Treppenstufen von einer Etage zur nächsten verlaufen in drei Teilen, ein Teil in einem Viertelkreis, der nächste Teil ist gerade dann kommt wieder ein Teil in einem Viertelkreis. Der Treppenabsatz vor den Wohnungstüren ist so breit, wie die Treppe benötigt, um eine Etage nach oben zu führen. Auf jeder Etage befinden sich zwei Wohnungen deren Türen sich im Treppenhaus gegenüber liegen.